Das Thema „Corporate Digital Responsibility“ begleitet Katarina Barley, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, bereits seit ein paar Jahren. In ihrer Zeit als Bundesministerin für Justiz und den Verbrauchschutz (BMJV) hat sie die CDR-Initiative 2018 ins Leben gerufen. Im Video-Interview mit Jens-Rainer Jänig, Herausgeber des Online-Magazins „Corporate Digital Responsibility“, liegt der Fokus des Gesprächs auf der Verankerung von CDR auf europäischer Ebene.

Zwar sei der Begriff „Corporate Digital Responsibility“ in Brüssel noch nicht verankert, aber das Bewusstsein für die dahinterliegende Themen, insbesondere im Kontext der Datenschutzperspektive, seien sehr präsent und werden auf EU-Ebene sogar stärker als auf nationaler Ebene mitgedacht. Dieses Bewusstsein soll sich nach Meinung der Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments auch in der inhaltlichen Ausrichtung der EU-Konjunkturprogramme widerspiegeln.

Katarina Barley sieht es als eine Chance für die Europäische Union, „gute Digitalisierung“ zu verfolgen und weder dem chinesischen, noch dem amerikanischen Weg zu folgen, sondern durch den europäischen Weg eine Positionierung des sorgfältigen, ethischen Umgangs mit Daten zu erlangen. Das Gut „Vertrauen“ spielt dabei eine bedeutende Rolle, mit dem Wettbewerbsvorteile erzielt werden könnten. Zugleich betont Katarina Barley aber auch, dass es bei CDR nicht nur um Kommerzialisierung geht, sondern um Ethik und das bewusste Einbringen der Unternehmen in die Thematik.

Als Perspektive für die Zukunft erläutert Katarina Barley ein Beispiel der konkreten Umsetzung von CDR: Mithilfe eines Siegels für (digitale) Produkte und Dienstleistungen, könnte VerbraucherInnen etwa zuverlässig visualisiert werden, dass Rechte und Privatsphäre gewahrt werden.